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Am 3. und 10. Juni 2026 wurde die erste Stufe des Studienauftrags juriert. Acht Teams haben sehr unterschiedliche spannende Vorschläge eingegeben und sich vor allem auf die Frage konzentriert, wie ein Teil der Einfamilienhäuser ertüchtigt und erweitert werden könnte. Die einzelnen Vorschläge sind anonym, d.h. wir wissen nicht, welches Team welchen Vorschlag gemacht hat.
Beim Start am Morgen staune ich über die sehr unterschiedlichen Projekte. Eine solche Vielfalt hätte ich nicht erwartet, sie wird von der FachexpertInnen als sehr gut bewertet. Der erste Vormittag ist dem Kennenlernen der Projekte gewidmet. Die FachexpertInnen analysieren gemeinsam mit den Mitgliedern der BK und dem Präsidenten der Genossenschaft die einzelnen Vorschläge. Es wird auf die Ausrichtung der Häuser, die vorgeschlagenen Erweiterungen und den Aussenraum geachtet.
Am Nachmittag äussern sich verschiedene Fachleute zu den einzelnen Vorschlägen. Der Statik-Spezialist verweist z.B. auf den Kriechhang d.h. der Hang rutscht ganz langsam ein bisschen talwärts. Das bedeutet, dass Erweiterungen der Einfamilienhäuser, aber auch die vorgeschlagenen Neubauten entsprechend gesichert werden müssen z.B. mit Fundationen. Weitere FachspezialistInnen sprechen von den ungefähren Grobkosten und von den Wohnformen, Gemeinschaftsflächen und Begegnungsmöglichkeiten. Anspruchsvoll in der Hanglage ist auch der hindernisfreie Zugang. Im Weiteren gibt es sehr unterschiedliche Vorschläge zu einer möglichen zusätzlichen kleineren Tiefgarage.
Ich höre von den FachexpertInnen Beurteilungen, die ich nicht sofort verstehe wie z.B. man müsse den Schwellenraum nutzen und die Romantisierung der Gartenstadt fände ihr Ende. Man spricht in der Diskussion zu den einzelnen Projekten von zukunftsfähiger Struktur, Durchwegung der Fläche als Qualität und einer konsistenten Arealstruktur. Zum Glück gibt es zu jedem Vorschlag auch ein Modell. Diese dreidimensionale Darstellung hilft, die planerischen Ideen der einzelnen Teams besser zu verstehen.
Am Schluss des ersten Bewertungstages wird eine erste Rangierung versucht. Welche Projekte sind vorstellbar und sollen in der zweiten Stufe weiterentwickelt werden? Ziel ist es, drei bis fünf Projekte zu bestimmen. Nach diesem herausfordernden Tag starte ich sehr müde in den Feierabend und beim Einschlafen wirbeln Siedlungsstruktur, Zukunftsfähigkeit und Fundationen durch meinen Kopf.
Am zweiten Tag eine Woche später erfolgt zuerst die Bewertung aller Projekte durch eine Nachhaltigkeitsspezialistin. Dann begutachtet das Beurteilungsgremium alle Projekte noch einmal. Dabei wird unter anderem auf die städtebauliche Struktur, die Hindernisfreiheit bei den Wohneinheiten, die teilweise Erhaltung der Privatgärten und die Veloparkierung geachtet.
Zu den einzelnen Projekten höre ich Beschreibungen, die ich nicht erwartet hätte: gewisse Entwürfe oder Teile von Entwürfen sind laut oder leise, es wird auch von Heilen und Hineinweben gesprochen. Zum Glück können die Mitglieder der BK, die noch nicht so geübt sind in Jurierungen, ganz viele Fragen stellen und sich damit Klarheit verschaffen. Schliesslich gibt es eine letzte Bewertungsrunde und es werden einstimmig vier Projekte und damit vier Teams gewählt, die bis im Dezember ihre Vorschläge weiterentwickeln sollen.
Ich mache mich müde auf den Heimweg, bin aber sehr zufrieden mit der Vielfalt der Ideen und der getroffenen Auswahl. Schon jetzt bin ich gespannt auf die bearbeiteten Vorschläge der zweiten Stufe und freue mich auf die zweite Jurierung.
Für die Baukommission der Baugenossenschaft Kleeweid
Monika Sprecher
